Beta – die TEA Academy ist neu. Die Inhalte dienen dem Lernen, sind sorgfältig erstellt, aber noch nicht fachlich freigegeben. Sie ersetzen keine Auslegung nach Herstellerangaben. Fehler gefunden? Schreiben Sie uns.

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MODUL 1 · EINHEIT 5 VON 5

Vom Lastprofil zur Motorgröße

ca. 6 Min. · Lernziele, Beispiel, Wissenscheck

Lernziele — nach dieser Einheit können Sie …

  • den Ablauf von der Anforderung bis zur Motorauswahl (Moment, Drehzahl, Leistung, Sicherheitsfaktor, Datenblatt) nachvollziehen;
  • die für eine Motoranfrage notwendigen Kenngrößen auflisten;
  • zwei typische Fehler bei der Motorauswahl nach Lastprofil benennen.

Der Ablauf im Überblick

Die vorherigen Einheiten haben die einzelnen Bausteine geliefert – Drehmoment, Leistung und Drehzahl, Betriebsart und Überlastfaktor für Aussetzbetrieb, Massenträgheit. Diese letzte Einheit setzt sie zu einem Ablauf zusammen, wie ihn die Checkliste des Ratgebers vorschlägt:

  1. Lastprofil und Lasttyp bestimmen: Welche Betriebsart (S1–S10)? Konstante, lineare oder quadratische Last?
  2. Drehmoment und Drehzahl berechnen: aus Kraft und Hebelarm bzw. aus der Anwendung.
  3. Leistung berechnen: aus Drehmoment und Drehzahl (M = 9550 · P / n, siehe Einheit 1).
  4. Sicherheitsfaktor aufschlagen (multiplizieren): 1,1–1,25 auf das berechnete Drehmoment bzw. die Leistung.
  5. Überlastfaktor für Aussetzbetrieb prüfen: bei Aussetzbetrieb (S3–S5) ggf. kleinere Baugröße möglich (siehe Einheit 2).
  6. Umgebungstemperatur bewerten: bei > 40 °C Motorleistung reduzieren oder größeren Motor wählen.
  7. Energieeffizienz festlegen: mindestens IE3, bevorzugt IE4.
  8. Bauform und Schutzart festlegen: B3/B5/B14, IP54/IP55/IP65 je nach Einbausituation.
  9. Motor-Getriebe-Wärmebilanz prüfen: Verluste des Getriebes müssen durch Kühlung aufgenommen werden können.
  10. Datenblatt vergleichen und Hersteller kontaktieren: bei Unsicherheiten oder komplexen Anforderungen Application Engineer einbeziehen.

Zwei typische Fehler

Fehler 1 – Lasttyp falsch angenommen: Ob eine Last konstant, linear oder quadratisch mit der Drehzahl ansteigt, entscheidet maßgeblich über die benötigte Motorleistung bei Drehzahländerung. Der Ratgeber warnt ausdrücklich: Falsche Annahmen über die Lastart führen zu teuren Fehlern in der Motorauswahl – der Lasttyp gehört in der Maschinenzeichnung oder direkt bei der Maschinenfabrik geprüft, nicht geschätzt.

Fehler 2 – Überlastfaktor für Aussetzbetrieb bei langen Zyklen falsch angewendet: IEC 60034-1 legt für S3 eine Spieldauer von zehn Minuten zugrunde, sofern nichts anderes angegeben ist. Bei deutlich längeren Zyklen (etwa 30 Minuten Last, 30 Minuten Pause) erwärmt sich die Wicklung in der Lastphase deutlich stärker als im 10-Minuten-Spiel, trotz gleicher Einschaltdauer (ED %) – die Tabellenfaktoren aus Einheit 2 gelten dann nicht ohne Weiteres. Deshalb sollten bei einer Anfrage neben der Einschaltdauer immer auch Zykluszeit und Lastspiel konkret angegeben werden.

Merksatz

Der Ablauf lautet: Lastprofil und Lasttyp bestimmen → Moment und Drehzahl berechnen → Leistung ableiten → Sicherheitsfaktor aufschlagen und Überlastfaktor für Aussetzbetrieb berücksichtigen → Umgebung, Effizienzklasse, Bauform und Schutzart festlegen → mit dem Datenblatt abgleichen. Falscher Lasttyp und falsch angewendeter Überlastfaktor für Aussetzbetrieb bei langen Zyklen sind die häufigsten Fehlerquellen.

Für eine vollständige Motoranfrage sollten laut Lerneinheit immer angegeben werden: Betriebsart und Einschaltdauer, Lasttyp, Drehmoment/Drehzahl/Leistung, Umgebungstemperatur und Sicherheitsfaktor, Bauform, Schutzart und Energieeffizienzklasse sowie der Wirkungsgrad eines eingesetzten Getriebes. Wie Motor und Umrichter im Detail ausgewählt werden, vertieft Modul 2 dieser Academy.

Wissenscheck

Beantworten Sie alle drei Fragen und klicken Sie dann auf „Prüfen". Ab 2 von 3 richtigen Antworten gilt die Einheit als abgeschlossen. Wiederholen ist jederzeit möglich.

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Frage 1 von 3: Welchen Sicherheitsfaktor empfiehlt die Checkliste zusätzlich auf das berechnete Drehmoment aufzuschlagen?
Erklärung

Die Checkliste empfiehlt, das berechnete Drehmoment mit einem Sicherheitsfaktor von 1,1–1,25 zu multiplizieren, um Anwendungssicherheit einzukalkulieren.

Quelle: Motorauswahl nach Lastprofil →
Frage 2 von 3: Welchen typischen Fehler beim Überlastfaktor für Aussetzbetrieb nennt der Ratgeber?
Erklärung

IEC 60034-1 legt für S3 eine Spieldauer von zehn Minuten zugrunde, sofern nichts anderes angegeben ist. Bei deutlich längeren Lastspielen (z. B. 30 Minuten Last, 30 Minuten Pause) erwärmt sich die Wicklung in der Lastphase deutlich stärker als im 10-Minuten-Spiel, und die Tabellenfaktoren aus Einheit 2 gelten dann nicht ohne Weiteres.

Quelle: Motorauswahl nach Lastprofil →
Frage 3 von 3: Welche Energieeffizienzklasse empfiehlt die Checkliste mindestens?
Erklärung

Die Checkliste empfiehlt, mindestens IE3 zu wählen, bevorzugt IE4.

Quelle: Motorauswahl nach Lastprofil →

Bitte alle drei Fragen beantworten, um „Prüfen" zu aktivieren.

Vertiefung (optional)

Ratgeber: Motorauswahl nach Lastprofil (öffnet in neuem Tab)

Lernzweck: Rechenwege und Zahlen sind vereinfachte Lehrbeispiele. Für eine reale Anlage gelten die Angaben des Herstellers, die einschlägigen Normen und die Prüfung durch eine fachkundige Person.

Curriculum v0.1 (Beta) · Stand 17.09.2026 · Inhalte sorgfältig erstellt und geprüft – finale Abnahme folgt

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