Technisches Glossar
Fachbegriffe aus Antriebs- und Lineartechnik — präzise erklärt für Konstrukteure, Einkäufer und Auszubildende.
Abtriebsdrehmoment
GetriebeDas an der Abtriebsseite eines Getriebes abgegebene Drehmoment — Produkt aus Antriebsmoment, Übersetzung und Wirkungsgrad.
Achsabstand (a)
GetriebeDer Achsabstand a ist der Abstand zwischen den Drehachsen zweier kämmender Zahnräder. Bei Standardverzahnung ohne Profilverschiebung gilt a = (d₁+d₂)/2.
Axialspiel
LineartechnikMechanisches Spiel in axialer Richtung (längs der Wellenachse) eines Lagers oder einer Führung.
Drehmoment
AntriebstechnikRotatorisches Kraftmoment, das eine Drehbewegung erzeugt oder überträgt. Einheit: Nm.
Durchrutschmoment (Pull-out-Moment)
AntriebstechnikDas maximale Drehmoment, das eine Magnetkupplung überträgt, bevor die magnetische Kopplung abreißt und die Kupplung durchrutscht.
Dynamische Tragzahl
LineartechnikDie dynamische Tragzahl C ist die Last, bei der eine Führungs- oder Lagerserie eine definierte nominelle Lebensdauer erreicht (typisch 100 km Laufweg).
Eingriffswinkel (α)
GetriebeDer Eingriffswinkel α ist der Winkel zwischen der Eingriffslinie und der Tangente an die Wälzkreise. Standardwert: 20°.
Evolventenverzahnung
GetriebeBei der Evolventenverzahnung folgt jede Zahnflanke der Evolvente des Grundkreises — heute die Standardform im Maschinenbau.
Hermetische Dichtheit
AntriebstechnikHermetische Dichtheit bezeichnet die absolute Undurchlässigkeit gegenüber Gasen und Flüssigkeiten — erreichbar durch Magnetkupplungen mit Spalttopf.
Hypoidgetriebe
GetriebeEin Hypoidgetriebe ist ein Kegelradgetriebe, bei dem die Achsen der beiden Kegelräder nicht in einem Punkt schneiden, sondern versetzt zueinander angeordnet sind.
Hysteresekupplung
AntriebstechnikDie Hysteresekupplung überträgt ihr Drehmoment über ein Hysteresematerial statt über feste Polpaarung — liefert dadurch ein schlupfunabhängig konstantes Drehmoment.
Käfigzwangssteuerung
LineartechnikDie Käfigzwangssteuerung ist eine mechanische Synchronführung des Wälzkörperkäfigs — verhindert Käfigwandern und Leerläufe bei langsamen Hüben.
Kreuzrollenführung
LineartechnikDie Kreuzrollenführung enthält zylindrische Rollen, die abwechselnd um 90° gekreuzt angeordnet sind — extrem steif bei Belastungen aus allen Richtungen.
Kugelgewindetrieb
LineartechnikPräzisions-Linearbewegungs-Element mit kugelgelagerter Spindel für hohe Effizienz und Spielfreiheit.
Lebensdauer L10
LineartechnikDie Lebensdauer L10 ist die nominelle Lebensdauer (in km Laufweg), die mindestens 90 % aller Führungen einer Serie ohne Ermüdungsausfall erreichen.
Linearführung
LineartechnikFührungssystem für geradlinige Bewegungen — in Profilschienen-, Runden- oder Teleskopbauform.
Linienkontakt
LineartechnikBeim Linienkontakt berührt eine Zylinderrolle die Laufbahn entlang einer geraden Linie — die Last wird auf eine Fläche verteilt, was höhere Tragzahlen ermöglicht.
Luftspalt
AntriebstechnikDer Luftspalt ist der Abstand zwischen Innen- und Außenrotor einer Magnetkupplung einschließlich der Wandstärke des Spalttopfs — beeinflusst direkt das übertragbare Drehmoment.
Magnetkupplung
AntriebstechnikEine Magnetkupplung überträgt Drehmoment berührungslos über ein Magnetfeld von einer Antriebs- auf eine Abtriebswelle — ohne mechanische Verbindung.
Modul (m)
GetriebeDer Modul m ist das Verhältnis des Teilkreisdurchmessers d zur Zähnezahl z (m = d/z) in Millimetern — bestimmt die Zahnhöhe und Zahnteilung.
Permanentmagnetkupplung (Synchronkupplung)
AntriebstechnikDie Permanentmagnetkupplung trägt auf beiden Seiten Permanentmagnete, die sich Pol auf Pol anziehen und Drehmoment berührungslos übertragen.
POM (Polyoxymethylen)
GetriebePOM ist ein teilkristalliner Thermoplast, der aufgrund seiner guten Gleiteigenschaften und niedrigen Kosten häufig als Zahnradwerkstoff eingesetzt wird.
Profilverschiebung
GetriebeDie Profilverschiebung verschiebt das Werkzeug-Bezugsprofil beim Verzahnen radial aus dem Rohling heraus oder hinein — verbessert Tragfähigkeit und Unterschnittverhalten.
Radialbelastung
LineartechnikKraft senkrecht zur Wellenachse, die auf ein Lager oder eine Führung wirkt.
Rollenumlauf
LineartechnikBeim Rollenumlauf zirkulieren die Wälzkörper in einer geschlossenen Umlaufbahn innerhalb des Schlittens — ermöglicht theoretisch unbegrenzte Laufwege.
Schrägverzahnung
GetriebeVerzahnungsform mit schräggestellten Zähnen für ruhigeren Lauf und höhere Tragfähigkeit als Geradverzahnung.
Selbsthemmung
GetriebeEigenschaft eines Getriebes, bei der eine Last auf der Abtriebsseite das Getriebe nicht rückwärts antreiben kann — lasthaltendes System ohne Bremse.
Spalttopf (Begrenzungswand)
AntriebstechnikDer Spalttopf ist die unmagnetische Wand zwischen Innen- und Außenrotor einer Magnetkupplung — ermöglicht hermetische Trennung ohne Wellendurchführung.
Spielbehaftung
GetriebeDefiniertes mechanisches Spiel zwischen Zahnflanken oder Führungselementen — bewusst zugelassen für Temperatur- und Toleranzausgleich.
Spielfreiheit
GetriebeZustand ohne messbares mechanisches Spiel in einem Antriebs- oder Führungselement — Voraussetzung für präzise Positionierung.
Statische Tragzahl
LineartechnikDie statische Tragzahl C0 ist die maximal zulässige statische Last, bei der keine bleibende Verformung der Rollelemente oder Laufbahnen auftritt.
Steifigkeit (Linearführung)
LineartechnikDie Steifigkeit einer Linearführung beschreibt ihren Widerstand gegen elastische Verformung unter Last — bei Rollenführungen deutlich höher als bei Kugelführungen.
Teilkreis
GetriebeDer Teilkreis mit dem Durchmesser d = m·z ist der Bezugskreis des einzelnen Zahnrads, auf dem Modul und Zahnteilung definiert sind.
Tribologie
SchmiertechnikWissenschaft von Reibung, Verschleiß und Schmierung — Grundlage für optimierte Schmierstoffauswahl und Wartungsplanung.
Wälzfräsen
GetriebeDas Wälzfräsen ist ein kontinuierliches Wälzverfahren zur Zahnradfertigung mit einem schraubenförmigen Abwälzfräser — das wirtschaftlichste Verfahren für mittlere bis große Serien.
Wälzkörper
LineartechnikWälzkörper sind die rollenden Elemente zwischen zwei Laufbahnen in Führungen und Lagern — übertragen die Last und minimieren Reibung.
Wälzkreis
GetriebeDer Wälzkreis ist der Kreis, auf dem zwei kämmende Zahnräder im Betrieb schlupffrei aufeinander abrollen. Bei Standardverzahnung ohne Profilverschiebung entspricht er dem Teilkreis.
Wälzstoßen
GetriebeDas Wälzstoßen ist ein Wälzverfahren, bei dem ein zahnradförmiges Schneidrad in Hub- und Wälzbewegung die Verzahnung erzeugt — ideal für Innenverzahnungen.
Wirbelstromverluste
AntriebstechnikWirbelstromverluste entstehen, wenn ein bewegtes Magnetfeld in einem elektrisch leitenden Bauteil Ströme induziert — bei Magnetkupplungen erhöhen sie sich quadratisch mit der Drehzahl.
Wirkungsgrad
GetriebeVerhältnis von abgegebener zu zugeführter Leistung (η = P_ab / P_zu) — Maß für die Energieeffizienz eines Bauteils.
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