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MODUL 6 · EINHEIT 4 VON 5

Linearaktuatoren: Bauarten

ca. 7 Min. · Lernziele, Beispiel, Wissenscheck

Lernziele — nach dieser Einheit können Sie …

  • die vier Bauarten von Linearaktuatoren (Schubstange, offene Spindel, Teleskop, Servo-Elektrozylinder) unterscheiden;
  • Kraft-, Hub- und Kompaktheitsmerkmale je Bauart benennen und einer Anwendung zuordnen;
  • die Antriebsarten DC, AC und Servo hinsichtlich Regelbarkeit und Einsatzgebiet unterscheiden.

Was ist ein Linearaktuator?

Ein Linearaktuator ist ein elektromechanischer Antrieb, der eine Rotationsbewegung in eine Linearbewegung umwandelt: Motor, Getriebe und Spindel sind in einem Gehäuse integriert. Das macht ihn platzsparend und werkzeugfrei einsatzbereit – üblicherweise bis etwa 100 kN Kraft, mit guter Positioniergenauigkeit und wartungsarm durch die geschlossene Bauweise.

Vier Bauarten im Vergleich

Schubstange: Die Spindel dreht axial fest im Gehäuse, die verdrehgesicherte Mutter schiebt ein Schubrohr aus. Hohe Kräfte bis 100 kN, aber begrenzte Hubhöhe (100–500 mm) – kompakt und robust.

Offene Spindel: Die Mutter ist beweglich und fährt mit der Spindel; das Gehäuse bleibt stationär. Längere Hübe (500–3.000 mm) bei 50–100 kN (typisch, herstellerabhängig), benötigt aber externe Führungen, weil die Mutter keine Querkräfte aufnehmen kann.

Teleskopspindel: Mehrere ineinander geschobene Rohre – in Ruheposition extrem kompakt, der Hub kann das 3- bis 4-Fache der Ruhebaulänge betragen. Moderate Kräfte (30–80 kN, typisch und herstellerabhängig), etwas geringere Steifigkeit bei langen Auszügen.

Servo-Elektrozylinder: Mit Servo-Regelung ausgestattet – Wiederholgenauigkeit ±0,1 mm oder besser, Kraftregelung, digitale Kommunikation (CANopen, EtherCAT, Profibus) und programmierbare Endpositionen statt rein mechanischer Endschalter.

Praxis-Tipp

Bei Schubstangen-Aktuatoren ist auf Druck oft nicht die Motorleistung der Engpass, sondern die Knickstabilität der ausgefahrenen Stange: Die zulässige Druckkraft fällt mit dem Quadrat der freien Knicklänge (Euler) – bei doppeltem Hub sinkt sie grob auf ein Viertel.

Einschaltdauer und Antriebsart

Elektrische Linearaktuatoren sind in der Praxis häufig thermisch, nicht mechanisch begrenzt. Die Einschaltdauer (ED) gibt an, welcher Anteil eines Arbeitsspiels der Antrieb unter Last laufen darf; die Betriebsart wird nach IEC 60034-1 klassifiziert (z. B. S1 Dauerbetrieb, S3 Aussetzbetrieb). Einfache DC-Schubstangenaktuatoren erreichen oft nur ED ≈ 10–25 %, servogeregelte Elektrozylinder können für Dauerbetrieb (S1) ausgelegt sein.

Bei der Antriebsart gilt: DC-Motoren lassen sich einfach über die Spannung regeln und per Polaritätswechsel in der Drehrichtung umkehren – günstig, ideal für portable oder batteriebetriebene Geräte. Asynchronmotoren (AC) laufen am Netz mit fester Drehzahl (≈ 1.400/2.900 min⁻¹) und lassen sich nur mit einem Frequenzumrichter regeln. Servo-Motoren bieten die präziseste digitale Positionsregelung, brauchen dafür einen Servoregler; die Ablaufsteuerung liegt meist in einer SPS.

Wissenscheck

Beantworten Sie alle drei Fragen und klicken Sie dann auf „Prüfen". Ab 2 von 3 richtigen Antworten gilt die Einheit als abgeschlossen. Wiederholen ist jederzeit möglich.

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Frage 1 von 3: Welche Bauart eignet sich für lange Hübe ab 500 mm bis 3.000 mm?
Erklärung

Für Hübe ab 500 mm (bis 3.000 mm) ist die offene Spindel die richtige Wahl – die Schubstangen-Bauart wird bei so langen Hüben unwirtschaftlich, die Teleskop-Variante eignet sich eher für extreme Kompaktheit bei mittlerem Hub.

Quelle: Linearaktuatoren: Bauarten im Überblick →
Frage 2 von 3: Was unterscheidet einen Servo-Elektrozylinder von einem Standard-Linearaktuator?
Erklärung

Servo-Elektrozylinder bieten präzise Positionierung (Wiederholgenauigkeit ±0,1 mm oder besser), Kraftregelung, digitale Kommunikation (z. B. CANopen, EtherCAT, Profibus) und programmierbare statt rein mechanische Endpositionen.

Quelle: Linearaktuatoren: Bauarten im Überblick →
Frage 3 von 3: Ein Schubstangen-Aktuator wird bei sonst gleicher Bauform mit doppeltem Hub ausgeführt. Auf welchen Bruchteil sinkt die zulässige Druckkraft (Knickstabilität) ungefähr?
Erklärung

Die zulässige Druckkraft fällt mit dem Quadrat der freien Knicklänge (Euler) – bei doppeltem Hub sinkt sie also grob auf ein Viertel. Bei Schubstangen-Aktuatoren ist deshalb auf Druck oft nicht die Motorleistung der Engpass, sondern die Knickstabilität der ausgefahrenen Stange.

Quelle: Linearaktuatoren: Bauarten im Überblick →

Bitte alle drei Fragen beantworten, um „Prüfen" zu aktivieren.

Vertiefung (optional)

Ratgeber: Linearaktuatoren – Bauarten im Überblick (öffnet in neuem Tab)

Lernzweck: Rechenwege und Zahlen sind vereinfachte Lehrbeispiele. Für eine reale Anlage gelten die Angaben des Herstellers, die einschlägigen Normen und die Prüfung durch eine fachkundige Person.

Curriculum v0.1 (Beta) · Stand 17.09.2026 · Inhalte sorgfältig erstellt und geprüft – finale Abnahme folgt

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