Was ist ein Linearaktuator?
Ein Linearaktuator ist ein elektromechanischer Antrieb, der eine Rotationsbewegung in eine Linearbewegung umwandelt: Motor, Getriebe und Spindel sind in einem Gehäuse integriert. Das macht ihn platzsparend und werkzeugfrei einsatzbereit – üblicherweise bis etwa 100 kN Kraft, mit guter Positioniergenauigkeit und wartungsarm durch die geschlossene Bauweise.
Vier Bauarten im Vergleich
Schubstange: Die Spindel dreht axial fest im Gehäuse, die verdrehgesicherte Mutter schiebt ein Schubrohr aus. Hohe Kräfte bis 100 kN, aber begrenzte Hubhöhe (100–500 mm) – kompakt und robust.
Offene Spindel: Die Mutter ist beweglich und fährt mit der Spindel; das Gehäuse bleibt stationär. Längere Hübe (500–3.000 mm) bei 50–100 kN (typisch, herstellerabhängig), benötigt aber externe Führungen, weil die Mutter keine Querkräfte aufnehmen kann.
Teleskopspindel: Mehrere ineinander geschobene Rohre – in Ruheposition extrem kompakt, der Hub kann das 3- bis 4-Fache der Ruhebaulänge betragen. Moderate Kräfte (30–80 kN, typisch und herstellerabhängig), etwas geringere Steifigkeit bei langen Auszügen.
Servo-Elektrozylinder: Mit Servo-Regelung ausgestattet – Wiederholgenauigkeit ±0,1 mm oder besser, Kraftregelung, digitale Kommunikation (CANopen, EtherCAT, Profibus) und programmierbare Endpositionen statt rein mechanischer Endschalter.
Praxis-Tipp
Einschaltdauer und Antriebsart
Elektrische Linearaktuatoren sind in der Praxis häufig thermisch, nicht mechanisch begrenzt. Die Einschaltdauer (ED) gibt an, welcher Anteil eines Arbeitsspiels der Antrieb unter Last laufen darf; die Betriebsart wird nach IEC 60034-1 klassifiziert (z. B. S1 Dauerbetrieb, S3 Aussetzbetrieb). Einfache DC-Schubstangenaktuatoren erreichen oft nur ED ≈ 10–25 %, servogeregelte Elektrozylinder können für Dauerbetrieb (S1) ausgelegt sein.
Bei der Antriebsart gilt: DC-Motoren lassen sich einfach über die Spannung regeln und per Polaritätswechsel in der Drehrichtung umkehren – günstig, ideal für portable oder batteriebetriebene Geräte. Asynchronmotoren (AC) laufen am Netz mit fester Drehzahl (≈ 1.400/2.900 min⁻¹) und lassen sich nur mit einem Frequenzumrichter regeln. Servo-Motoren bieten die präziseste digitale Positionsregelung, brauchen dafür einen Servoregler; die Ablaufsteuerung liegt meist in einer SPS.
Wissenscheck
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