Linearantrieb: Kugelgewindetrieb, Spindelhub, Aktuator
5 Einheiten · ca. 37 Minuten gesamt · Schritt 1 von 8
Einstieg
In diesem Modul geht es um Linearantriebe: Wie ein Kugelgewindetrieb eine Drehbewegung in eine Linearbewegung umwandelt, wie seine Knicklast und kritische Drehzahl von Kerndurchmesser, Lagerabstand und Lagerungsart abhängen, wie ein Spindelhubgetriebe daraus eine komplette Hubeinheit macht – und wann stattdessen ein Linearaktuator die wirtschaftlichere Wahl ist.
Rechenaufgaben zu Antriebsmoment und Hubgeschwindigkeit, eine Übung mit dem Spindelhub-Konfigurator, Karteikarten und eine Fallstudie machen die Theorie konkret; ein Selbsttest am Ende zeigt, ob der Stoff sitzt.
Lernziele – nach diesem Modul können Sie:
- das Antriebsmoment eines Kugelgewindetriebs sowie eines Spindelhubgetriebes berechnen;
- Knicklast und kritische Drehzahl einer Spindel für eine gegebene Lagerung berechnen und die zulässige Betriebslast/-drehzahl bestimmen;
- Kugelgewindetrieb und Trapezgewindespindel hinsichtlich Wirkungsgrad und Selbsthemmung unterscheiden;
- die vier Bauarten von Linearaktuatoren unterscheiden und einer Anwendung zuordnen;
- für eine gegebene Anwendung begründet zwischen Linearaktuator und Spindelhubgetriebe auswählen.
Lerneinheiten
Fünf kurze Lerneinheiten (6–8 Minuten) mit Lernzielen, Beispiel und Wissenscheck – eigenständige Lerninhalte dieses Moduls, unabhängig von den Ratgebern der Website gepflegt. Der Fortschritt bleibt lokal in diesem Browser gespeichert.
0 von 5 Einheiten
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- Einheit 1 von 5
Kugelgewindetrieb: Grundlagen
ca. 8 Minuten
Offen - Einheit 2 von 5
Knicklast und kritische Drehzahl
ca. 8 Minuten
Offen - Einheit 3 von 5
Spindelhubgetriebe auslegen
ca. 8 Minuten
Offen - Einheit 4 von 5
Linearaktuatoren: Bauarten
ca. 7 Minuten
Offen - Einheit 5 von 5
Aktuator oder Spindelhubgetriebe?
ca. 6 Minuten
Offen
Rechner-Aufgabe 1: Antriebsmoment Kugelgewindetrieb
Ein Kugelgewindetrieb überträgt eine Axialkraft F = 8.000 N bei einer Steigung Ph = 10 mm und einem Wirkungsgrad η = 0,85.
Berechnen Sie das Antriebsmoment M.
Zum Nachrechnen: Kugelgewindetrieb-Rechner (öffnet in neuem Tab)
Rechner-Aufgabe 2: Spindelhub-Auslegung
Ein Spindelhubgetriebe hat die Spindelsteigung Ph = 8 mm und die Getriebeübersetzung i = 15. Die Antriebsdrehzahl beträgt n = 900 min⁻¹.
Berechnen Sie die Hubgeschwindigkeit v.
Auswahlübung: Baugröße finden
Der Spindelhub-Konfigurator auf der TEA-Produktseite Spindelhubelemente führt in wenigen Schritten von der Hubkraft zur Baugröße.
Aufgabe
Finden Sie im Konfigurator die Baugröße für 25 kN Hubkraft und 300 mm Hub.
Zum Spindelhub-Konfigurator (öffnet in neuem Tab)Karteikarten: Lineartechnik-Begriffe
Acht Fachbegriffe aus dem Glossar – auf die Karte klicken (oder Enter/Leertaste drücken), um die Definition zu sehen.
Karteikarten
Antippen, um die Definition zu sehen.
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- Kugelgewindetrieb
- Präzisions-Linearbewegungselement mit kugelgelagerter Spindel, das Rotationsbewegung in Linearbewegung umwandelt – mit Wirkungsgraden von über 90 % deutlich effizienter als konventionelle Gleitschrauben. Quelle: Glossar „Kugelgewindetrieb"
- Spindelsteigung
- Die Spindelsteigung (auch Steigung oder Pitch) gibt an, wie weit sich die Spindelmutter oder der Schlitten bei einer vollständigen Umdrehung (360°) der Spindel linear bewegt – sie ist das zentrale Auslegungsparameter für Kraft, Geschwindigkeit und Präzision von Linearaktuatoren. Quelle: Glossar „Spindelsteigung"
- Axialspiel
- Mechanisches Spiel in axialer Richtung eines Lagers oder einer Führung – der Betrag, um den sich ein Bauteil in Richtung der Wellenachse verschieben lässt, ohne dass eine nennenswerte Kraft erforderlich ist. Quelle: Glossar „Axialspiel"
- Selbsthemmung
- Eigenschaft eines Getriebes oder Schraubengetriebes, bei der eine auf die Abtriebsseite wirkende Last das Getriebe nicht rückwärts antreiben kann – ein wesentliches Sicherheitsmerkmal in Hebezeug- und Stellantrieben. Quelle: Glossar „Selbsthemmung"
- Linearführung
- Führungssystem für geradlinige Bewegungen – erhältlich in Profilschienen-, Runden- oder Teleskopbauform und eingesetzt überall dort, wo präzise, spielarme Linearbewegungen gefordert sind. Quelle: Glossar „Linearführung"
- Dynamische Tragzahl
- Die dynamische Tragzahl C ist die Last, bei der eine Führungs- oder Lagerserie eine definierte nominelle Lebensdauer (typisch 100 km Laufweg) erreicht. Sie ist die Schlüsselgröße der L10-Lebensdauerberechnung: Je höher C, desto länger die Lebensdauer bei gegebener Betriebslast. Quelle: Glossar „Dynamische Tragzahl"
- Lebensdauer L10
- Die Lebensdauer L10 ist die nominelle Lebensdauer (in km Laufweg), die mindestens 90 % aller Führungen einer Serie ohne Materialermüdung erreichen. Sie verknüpft die dynamische Tragzahl C mit der äquivalenten Betriebslast P und ist die Standardgröße für die Lebensdauerauslegung von Linearführungen und Wälzlagern. Quelle: Glossar „Lebensdauer L10"
- Spielfreiheit
- Zustand ohne messbares mechanisches Spiel in einem Antriebselement oder einer Führung – die grundlegende Voraussetzung für hochpräzise Positionierung, minimale Umkehrfehler und maximale Steifigkeit. Quelle: Glossar „Spielfreiheit"
Alle Karten dieser Einheit gezeigt. Die unbekannten liegen jetzt im Wiederholen-Stapel.
Fallstudie: Hubtisch 2 t, 500 mm Hub
Ein Kunde aus der Intralogistik plant einen Hubtisch für Paletten bis 2 t Traglast und 500 mm Hub. Damit die Plattform beim Heben nicht verkantet, wird sie an vier Ecken gleichzeitig angehoben. Der Konstrukteur hat zwei Varianten in der engeren Wahl: vier einzelne Linearaktuatoren, jeweils elektronisch über die Steuerung synchronisiert, oder vier Spindelhubgetriebe, die über Gelenkwellen von einem gemeinsamen Motor mechanisch angetrieben werden. Er fragt bei TEA an, welche Lösung technisch die passendere ist.
Leitfragen
- Reicht die Hubkraft eines einzelnen Linearaktuators (bis ca. 100 kN) für ein Viertel der 2-t-Last an einem von vier Hubpunkten?
- Welches der beiden Systeme lässt sich laut Lerneinheit mechanisch synchronisieren, welches nur elektronisch?
- Warum ist das für einen vierpunktig gehobenen Hubtisch relevant?
Musterlösung anzeigen
1. Ja, deutlich: Bei vier Hubpunkten trägt jede Ecke rechnerisch nur etwa ein Viertel von 2 t (rund 5 kN je Ecke) – das liegt weit innerhalb der Kapazität sowohl eines Linearaktuators (bis ca. 100 kN) als auch eines Spindelhubgetriebes. Die reine Hubkraft entscheidet den Fall also nicht.
2. Nur das Spindelhubgetriebe lässt sich laut Lerneinheit über Gelenkwellen oder Synchronriementriebe mechanisch koppeln. Linearaktuatoren sind laut Vergleichstabelle nur elektronisch synchronisierbar – das gilt dort ausdrücklich als „schwieriger".
3. Ein Hubtisch mit vier Hebepunkten muss exakt gleich hoch fahren, sonst verkantet die Plattform. Der Ratgeber nennt die mechanische Wellenkopplung ausdrücklich als robuste Lösung für „synchronisierte Mehrachsen-Hübe" wie bei Druckmaschinen und automatisierten Lagersystemen. Für diesen Anwendungsfall ist das Spindelhubgetriebe mit mechanischer Synchronisation daher die im Ratgeber begründete Wahl – auch wenn die Hubkraft allein für beide Systeme ausreichen würde.
Fachliche Grundlage ausschließlich: Linearaktuator vs. Spindelhubgetriebe (öffnet in neuem Tab)
Selbsttest
10 Fragen zu diesem Modul – sofortige Rückmeldung mit Erklärung und Quellenlink. Ab 7 von 10 Punkten gilt das Modul als abgeschlossen.
Selbsttest
10 Fragen zu diesem Modul. Sie sehen nach jeder Antwort direkt, ob sie richtig war.
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Frage 1 von 10
Vertiefung (optional)
Die vier tragenden Ratgeber-Artikel dieses Moduls, falls Sie tiefer einsteigen möchten. Für die Lerneinheiten und den Selbsttest dieses Moduls ist das Lesen nicht erforderlich.
8 Min. Lesezeit
Spindelhubgetriebe richtig auslegen (öffnet in neuem Tab)7 Min. Lesezeit
Linearaktuatoren: Bauarten im Überblick (öffnet in neuem Tab)7 Min. Lesezeit
Linearaktuator vs. Spindelhubgetriebe (öffnet in neuem Tab)6 Min. Lesezeit
Curriculum v0.1 (Beta) · Stand 17.09.2026 · Inhalte sorgfältig erstellt und geprüft – finale Abnahme folgt