Aufbau des IP-Codes
IP steht für „Ingress Protection" (Schutz gegen Eindringen). Nach IEC 60529 / DIN EN 60529 gibt der zweistellige Code an, wie gut ein elektrisches Betriebsmittel gegen das Eindringen von Fremdkörpern (erste Ziffer) und Wasser (zweite Ziffer) geschützt ist. Bei der zweiten Ziffer (Wasser) schließt jede höhere Stufe bis zur Ziffer 6 die niedrigeren Stufen ein. Die Ziffern 7, 8 und 9K sind dagegen eigene Prüfungen: Ein IP67-Gerät ist nicht automatisch strahlwassergeschützt (Ziffer 5/6) – dafür braucht es eine Doppelangabe wie IP66/IP67.
| 1. Ziffer | Fremdkörper/Staub | 2. Ziffer | Wasser |
|---|---|---|---|
| 5 | Staubgeschützt (nicht vollständig dicht) | 4 | Spritzwasser aus beliebiger Richtung |
| 6 | Staubdicht (vollständig) | 5 | Strahlwasser (Düse ⌀ 6,3 mm) aus beliebiger Richtung |
| – | – | 7 | Kurzzeitiges Untertauchen (1 m, 30 min) |
| – | – | 9K | Hochdruck-Heißwasser-Strahl (ISO 20653) |
Nach den beiden Ziffern kann der Code optional einen Buchstaben für den Personenschutz tragen (A = Schutz mit dem Handrücken, B = mit dem Finger, C = mit einem Werkzeug, D = mit einem Draht) sowie einen Zusatzbuchstaben für Sonderbedingungen (H = Hochspannung, M = Prüfung bei Bewegung, S = Prüfung im Stillstand, W = Wetterschutz). Diese Buchstaben tauchen in der Antriebstechnik seltener auf, gehören aber vollständig zum IP-Code und werden angegeben, wenn der Personenschutz höher ist als die erste Ziffer allein ausdrückt.
Beschreibung der Abbildung
Der IP-Code besteht aus dem Kürzel IP, gefolgt von zwei Pflichtziffern: die erste (0 bis 6) beschreibt den Schutz gegen feste Fremdkörper und Staub, die zweite (0 bis 9K) den Schutz gegen Wasser. Optional folgen ein Buchstabe für den Personenschutz und ein Zusatzbuchstabe für Sonderbedingungen. Am Beispiel IP65 zeigt die Abbildung, wie sich die Ziffern 6 (staubdicht) und 5 (Strahlwasser) zum vollständigen Code zusammensetzen.
Typische Klassen und ihre Umgebungen
Fünf Kombinationen sind in der Antriebstechnik besonders verbreitet: IP54 für Standard-Industriemotoren in trockenen bis leicht feuchten Fertigungshallen (bei geschlossenen Industriemotoren, TEFC, verbreitete Klasse). IP55 unterscheidet sich nur in der zweiten Ziffer (Strahlwasser statt Spritzwasser) und eignet sich für Außenaufstellung. IP65 bietet vollständigen Staubschutz und Strahlwasserschutz – Mindestanforderung für Lebensmittelverarbeitung und Wash-Down-Anwendungen. IP66/IP67 schützen zusätzlich gegen starkes Strahlwasser bzw. kurzzeitiges Untertauchen (Tiefkühlbereiche, Bergbau, Seeschifffahrt). IP69K ist die härteste Standardklasse für Hochdruck-Heißwasserreinigung von außen (Lebensmittel, Getränke, Pharmafertigung).
| Branche / Umgebung | Mindest-IP |
|---|---|
| Maschinenbau, trockene Fertigungshalle | IP54 |
| Außenaufstellung allgemein | IP55 |
| Lebensmittelverarbeitung (Wash-Down) | IP65 |
| Hochdruck-Heißwasserreinigung von außen (Lebensmittel, Getränke, Pharma) | IP69K |
Merksatz
Wissenscheck
Beantworten Sie alle drei Fragen und klicken Sie dann auf „Prüfen". Ab 2 von 3 richtigen Antworten gilt die Einheit als abgeschlossen. Wiederholen ist jederzeit möglich.
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