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MODUL 2 · EINHEIT 4 VON 5

IP-Schutzarten lesen

ca. 6 Min. · Lernziele, Beispiel, Wissenscheck

Lernziele — nach dieser Einheit können Sie …

  • den Aufbau des IP-Codes (erste Ziffer Fremdkörper/Staub, zweite Ziffer Wasser) erläutern;
  • gängige IP-Kombinationen (IP54, IP55, IP65, IP67, IP69K) den passenden Einsatzumgebungen zuordnen;
  • für eine gegebene Branche eine plausible Mindest-IP-Klasse einschätzen.

Aufbau des IP-Codes

IP steht für „Ingress Protection" (Schutz gegen Eindringen). Nach IEC 60529 / DIN EN 60529 gibt der zweistellige Code an, wie gut ein elektrisches Betriebsmittel gegen das Eindringen von Fremdkörpern (erste Ziffer) und Wasser (zweite Ziffer) geschützt ist. Bei der zweiten Ziffer (Wasser) schließt jede höhere Stufe bis zur Ziffer 6 die niedrigeren Stufen ein. Die Ziffern 7, 8 und 9K sind dagegen eigene Prüfungen: Ein IP67-Gerät ist nicht automatisch strahlwassergeschützt (Ziffer 5/6) – dafür braucht es eine Doppelangabe wie IP66/IP67.

Ziffernbedeutung des IP-Codes
1. Ziffer Fremdkörper/Staub 2. Ziffer Wasser
5Staubgeschützt (nicht vollständig dicht)4Spritzwasser aus beliebiger Richtung
6Staubdicht (vollständig)5Strahlwasser (Düse ⌀ 6,3 mm) aus beliebiger Richtung
––7Kurzzeitiges Untertauchen (1 m, 30 min)
––9KHochdruck-Heißwasser-Strahl (ISO 20653)

Nach den beiden Ziffern kann der Code optional einen Buchstaben für den Personenschutz tragen (A = Schutz mit dem Handrücken, B = mit dem Finger, C = mit einem Werkzeug, D = mit einem Draht) sowie einen Zusatzbuchstaben für Sonderbedingungen (H = Hochspannung, M = Prüfung bei Bewegung, S = Prüfung im Stillstand, W = Wetterschutz). Diese Buchstaben tauchen in der Antriebstechnik seltener auf, gehören aber vollständig zum IP-Code und werden angegeben, wenn der Personenschutz höher ist als die erste Ziffer allein ausdrückt.

Abbildung 2.4-1: Aufbau des IP-Codes. Schematische Darstellung des Code-Aufbaus, keine vollständige Werteliste. Schematische Darstellung, nicht maßstäblich. Quelle: Ratgeber: IP-Schutzarten – vollständige Referenz
Beschreibung der Abbildung

Der IP-Code besteht aus dem Kürzel IP, gefolgt von zwei Pflichtziffern: die erste (0 bis 6) beschreibt den Schutz gegen feste Fremdkörper und Staub, die zweite (0 bis 9K) den Schutz gegen Wasser. Optional folgen ein Buchstabe für den Personenschutz und ein Zusatzbuchstabe für Sonderbedingungen. Am Beispiel IP65 zeigt die Abbildung, wie sich die Ziffern 6 (staubdicht) und 5 (Strahlwasser) zum vollständigen Code zusammensetzen.

Typische Klassen und ihre Umgebungen

Fünf Kombinationen sind in der Antriebstechnik besonders verbreitet: IP54 für Standard-Industriemotoren in trockenen bis leicht feuchten Fertigungshallen (bei geschlossenen Industriemotoren, TEFC, verbreitete Klasse). IP55 unterscheidet sich nur in der zweiten Ziffer (Strahlwasser statt Spritzwasser) und eignet sich für Außenaufstellung. IP65 bietet vollständigen Staubschutz und Strahlwasserschutz – Mindestanforderung für Lebensmittelverarbeitung und Wash-Down-Anwendungen. IP66/IP67 schützen zusätzlich gegen starkes Strahlwasser bzw. kurzzeitiges Untertauchen (Tiefkühlbereiche, Bergbau, Seeschifffahrt). IP69K ist die härteste Standardklasse für Hochdruck-Heißwasserreinigung von außen (Lebensmittel, Getränke, Pharmafertigung).

Branche oder Umgebung und Mindest-IP
Branche / Umgebung Mindest-IP
Maschinenbau, trockene FertigungshalleIP54
Außenaufstellung allgemeinIP55
Lebensmittelverarbeitung (Wash-Down)IP65
Hochdruck-Heißwasserreinigung von außen (Lebensmittel, Getränke, Pharma)IP69K

Merksatz

IP + erste Ziffer (Fremdkörper/Staub, 0–6) + zweite Ziffer (Wasser, 0–9K). IP54 = bei Normmotoren verbreitet, IP55 = Außenaufstellung, IP65 = Lebensmittel/Wash-Down, IP69K = Hochdruck-Heißwasserreinigung von außen. Das Gesamtsystem ist nur so dicht wie sein schwächstes Glied – Kabelverschraubungen brauchen mindestens dieselbe Klasse wie das Motorgehäuse.

Wissenscheck

Beantworten Sie alle drei Fragen und klicken Sie dann auf „Prüfen". Ab 2 von 3 richtigen Antworten gilt die Einheit als abgeschlossen. Wiederholen ist jederzeit möglich.

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Frage 1 von 3: Wofür steht die erste Ziffer im IP-Code (z. B. die 5 in IP54)?
Erklärung

Die erste Ziffer (0–6) beschreibt den Schutz gegen feste Fremdkörper und Staub; die zweite Ziffer (0–9K) beschreibt den Wasserschutz.

Quelle: IP-Schutzarten Referenz →
Frage 2 von 3: Welche IP-Klasse nennt die Referenz als Mindestanforderung für Wash-Down-Anwendungen in der Lebensmittelverarbeitung?
Erklärung

Für Lebensmittelverarbeitung mit regelmäßiger Reinigung (Wash-Down) nennt die Referenz IP65 als Mindestanforderung – staubdicht, mit Schutz gegen Strahlwasser.

Quelle: IP-Schutzarten Referenz →
Frage 3 von 3: Was bedeutet die zweite Ziffer 7 im IP-Code (z. B. IP67)?
Erklärung

Die Ziffer 7 steht für kurzzeitiges Untertauchen (1 m Tiefe, 30 Minuten) – für dauerhaftes Untertauchen ist die Ziffer 8 mit herstellerspezifischen Bedingungen erforderlich.

Quelle: IP-Schutzarten Referenz →

Bitte alle drei Fragen beantworten, um „Prüfen" zu aktivieren.

Vertiefung (optional)

Ratgeber: IP-Schutzarten – vollständige Referenz (öffnet in neuem Tab)

Lernzweck: Rechenwege und Zahlen sind vereinfachte Lehrbeispiele. Für eine reale Anlage gelten die Angaben des Herstellers, die einschlägigen Normen und die Prüfung durch eine fachkundige Person.

Curriculum v0.1 (Beta) · Stand 17.09.2026 · Inhalte sorgfältig erstellt und geprüft – finale Abnahme folgt

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