Beta – die TEA Academy ist neu. Die Inhalte dienen dem Lernen, sind sorgfältig erstellt, aber noch nicht fachlich freigegeben. Sie ersetzen keine Auslegung nach Herstellerangaben. Fehler gefunden? Schreiben Sie uns.

← Zur Modulübersicht
MODUL 8 · EINHEIT 3 VON 5

Schmierintervalle und Nachschmierfristen

ca. 8 Min. · Lernziele, Beispiel, Wissenscheck

Lernziele — nach dieser Einheit können Sie …

  • die Einflussfaktoren auf Schmierintervalle (dn-Wert, Last, Temperatur, Umgebung) benennen;
  • die Nachschmierfrist-Näherungsformel für fettgeschmierte Wälzlager mit ihren Korrekturfaktoren anwenden;
  • ein berechnetes Nachschmierintervall in einen praktischen Wartungsplan (Kalenderzeit) übersetzen.

Was die Schmierfrist verkürzt

Vier Einflussgrößen bestimmen, wie oft ein fettgeschmiertes Wälzlager nachgeschmiert werden muss: der dn-Wert (Bohrungsdurchmesser × Drehzahl – höher heißt mehr Reibungswärme), die Last (Verhältnis der Lagerlast P zur dynamischen Tragzahl C), die Temperatur (Fettgebrauchsdauer halbiert sich grob je 15 °C Anstieg über 70 °C) und die Umgebung (Verschmutzung und Feuchtigkeit verkürzen die Standzeit zusätzlich).

Die Näherungsformel

t_f = k_f × (14·10⁶ / (n × √d) − 4 × d) × f_T × f_L × f_U [Betriebsstunden]

Dabei ist n die Drehzahl (U/min), d der Bohrungsdurchmesser (mm), k_f der Lagerbauart-Faktor (10 Rillenkugellager, 5 Zylinderrollen-/Nadellager, 1 Pendelrollen-/Kegelrollen-/Axiallager) und f_T, f_L, f_U die Korrekturfaktoren für Temperatur, Last und Umgebung – je näher an 1,0, desto günstiger die Bedingungen. Quelle der Formel: Wälzlager-Herstellerkatalog (Orientierungswert). Sie liefert Anhaltswerte für die Wartungsplanung; verbindlich sind die Nachschmierdiagramme der Lager- und Fetthersteller (je nach Hersteller unterschiedlich).

Merksatz

Temperatur schlägt fast alles: Pro 15 °C Lagertemperatur über 70 °C halbiert sich die Nachschmierfrist. Wer nur die Nenndrehzahl kennt, aber die reale Betriebstemperatur ignoriert, unterschätzt die nötige Schmierhäufigkeit schnell um den Faktor 2 oder mehr.

Rechenbeispiel: Wälzlager im Elektromotor

Ein Rillenkugellager 6309 (d = 45 mm) läuft mit n = 1.800 min⁻¹, Last leicht (≈ 6 % der dynamischen Tragzahl), Umgebung sauber, Lagertemperatur rund 85 °C.

t_grund = 10 × (14.000.000 / (1.800 × 6,71) − 4 × 45) = 10 × (1.159 − 180) ≈ 9.790 h

t_f = 9.790 × f_T(0,5) × f_L(1,0) × f_U(1,0) ≈ 4.900 Betriebsstunden

Bei 8 h/Tag, 5 Tage/Woche (≈ 2.080 h/Jahr) entspricht das rund 2,4 Jahre Kalenderzeit. Praxisempfehlung des Ratgebers: trotzdem spätestens alle 2 Jahre im Rahmen der Hauptwartung nachschmieren und das Fett bei jeder Inspektion visuell prüfen – Schmierfett altert auch im Stillstand durch Oxidation.

Wissenscheck

Beantworten Sie alle drei Fragen und klicken Sie dann auf „Prüfen". Ab 2 von 3 richtigen Antworten gilt die Einheit als abgeschlossen. Wiederholen ist jederzeit möglich.

Diese Funktion braucht JavaScript. Die Lerninhalte selbst können Sie auch ohne JavaScript lesen.

Frage 1 von 3: Welchen Lagerbauart-Faktor k_f setzt die Näherungsformel für Rillenkugellager an?
Erklärung

k_f = 10 für Rillenkugellager, 5 für Zylinderrollen- und Nadellager, 1 für Pendelrollen-, Kegelrollen- und Axiallager.

Quelle: Nachschmierfristen berechnen: Formeln und Praxisbeispiele →
Frage 2 von 3: Um welchen Faktor sinkt die Nachschmierfrist ungefähr, wenn die Lagertemperatur von 70 °C auf 100 °C steigt?
Erklärung

f_T sinkt von 1,0 (≤ 70 °C) über 0,5 (85 °C) auf 0,25 bei 100 °C – die Nachschmierfrist beträgt bei 100 °C also nur noch ein Viertel des Referenzwerts.

Quelle: Nachschmierfristen berechnen: Formeln und Praxisbeispiele →
Frage 3 von 3: Welches Standard-Nachschmierintervall (in Betriebsstunden) nennt die Lerneinheit für Linearführungen unter normalen Bedingungen?
Erklärung

Der Standardwert für Linearführungen liegt bei 1.000 Betriebsstunden; bei Hochtemperatur oder hoher Last verkürzt er sich auf 500 Betriebsstunden.

Quelle: Nachschmierfristen berechnen: Formeln und Praxisbeispiele →

Bitte alle drei Fragen beantworten, um „Prüfen" zu aktivieren.

Vertiefung (optional)

Ratgeber: Schmierungsintervalle richtig festlegen (öffnet in neuem Tab) Ratgeber: Nachschmierfristen berechnen (öffnet in neuem Tab)

Lernzweck: Rechenwege und Zahlen sind vereinfachte Lehrbeispiele. Für eine reale Anlage gelten die Angaben des Herstellers, die einschlägigen Normen und die Prüfung durch eine fachkundige Person.

Curriculum v0.1 (Beta) · Stand 17.09.2026 · Inhalte sorgfältig erstellt und geprüft – finale Abnahme folgt

+49 [40] 5388921-11 sales@tea-hamburg.de