Was die Schmierfrist verkürzt
Vier Einflussgrößen bestimmen, wie oft ein fettgeschmiertes Wälzlager nachgeschmiert werden muss: der dn-Wert (Bohrungsdurchmesser × Drehzahl – höher heißt mehr Reibungswärme), die Last (Verhältnis der Lagerlast P zur dynamischen Tragzahl C), die Temperatur (Fettgebrauchsdauer halbiert sich grob je 15 °C Anstieg über 70 °C) und die Umgebung (Verschmutzung und Feuchtigkeit verkürzen die Standzeit zusätzlich).
Die Näherungsformel
Dabei ist n die Drehzahl (U/min), d der Bohrungsdurchmesser (mm), k_f der Lagerbauart-Faktor (10 Rillenkugellager, 5 Zylinderrollen-/Nadellager, 1 Pendelrollen-/Kegelrollen-/Axiallager) und f_T, f_L, f_U die Korrekturfaktoren für Temperatur, Last und Umgebung – je näher an 1,0, desto günstiger die Bedingungen. Quelle der Formel: Wälzlager-Herstellerkatalog (Orientierungswert). Sie liefert Anhaltswerte für die Wartungsplanung; verbindlich sind die Nachschmierdiagramme der Lager- und Fetthersteller (je nach Hersteller unterschiedlich).
Merksatz
Rechenbeispiel: Wälzlager im Elektromotor
Ein Rillenkugellager 6309 (d = 45 mm) läuft mit n = 1.800 min⁻¹, Last leicht (≈ 6 % der dynamischen Tragzahl), Umgebung sauber, Lagertemperatur rund 85 °C.
t_grund = 10 × (14.000.000 / (1.800 × 6,71) − 4 × 45) = 10 × (1.159 − 180) ≈ 9.790 h
t_f = 9.790 × f_T(0,5) × f_L(1,0) × f_U(1,0) ≈ 4.900 Betriebsstunden
Bei 8 h/Tag, 5 Tage/Woche (≈ 2.080 h/Jahr) entspricht das rund 2,4 Jahre Kalenderzeit. Praxisempfehlung des Ratgebers: trotzdem spätestens alle 2 Jahre im Rahmen der Hauptwartung nachschmieren und das Fett bei jeder Inspektion visuell prüfen – Schmierfett altert auch im Stillstand durch Oxidation.
Wissenscheck
Beantworten Sie alle drei Fragen und klicken Sie dann auf „Prüfen". Ab 2 von 3 richtigen Antworten gilt die Einheit als abgeschlossen. Wiederholen ist jederzeit möglich.
Diese Funktion braucht JavaScript. Die Lerninhalte selbst können Sie auch ohne JavaScript lesen.