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MODUL 8 · EINHEIT 4 VON 5

Rollenführungen warten

ca. 7 Min. · Lernziele, Beispiel, Wissenscheck

Lernziele — nach dieser Einheit können Sie …

  • die vier Einflussfaktoren auf das Nachschmierintervall von Rollenführungen (Last, Geschwindigkeit, Temperatur, Umgebung) benennen;
  • eine strukturierte Inspektions- und Nachschmierroutine für Rollenführungen wiedergeben;
  • Situationen erkennen, in denen ein lebensdauergeschmiertes System die wartungsärmere Wahl ist.

Warum Schmierung bei Rollenführungen entscheidet

In einer Rollenführung rollen die Wälzkörper im Linienkontakt auf den Laufbahnen von Wagen und Schiene ab – dabei entstehen unter Last hohe Flächenpressungen. Der Schmierfilm trennt die Kontaktpartner, senkt die Reibung, schützt vor Pittingbildung und Korrosion und führt bei Ölschmierung zusätzlich Wärme ab. Mangelschmierung ist die häufigste Ausfallursache: Reißt der Film, tritt Mischreibung auf, und die Führung versagt weit vor ihrer rechnerischen Nennlebensdauer.

Vier Einflussfaktoren auf das Intervall

Es gibt keine universelle Nachschmierempfehlung – das Intervall hängt von Belastung, Geschwindigkeit, Temperatur und Umgebung (Verschmutzung, Feuchtigkeit) ab. Als grobe Orientierung gilt unter normalen Bedingungen eine Nachschmierung alle 3 bis 6 Monate; bei Hitze, Kälte, Schmutz oder Vibration können wöchentliche oder sogar tägliche Intervalle nötig sein. Fett bleibt bis etwa 2–3 m/s Verfahrgeschwindigkeit erste Wahl – darüber oder bei hoher Wärmeentwicklung wird auf Öl bzw. Umlaufschmierung gewechselt.

Merksatz

Das Standardintervall „alle 3 bis 6 Monate" gilt nur für den Durchschnittsfall. Pro 15 °C Dauertemperatur über etwa 70 °C halbiert sich die Fettgebrauchsdauer grob – legen Sie das Intervall auf die ungünstigste reale Schicht aus, nicht auf den Mittelwert.

Rechenbeispiel: Ein Fettkürzel entschlüsseln

Schmierfette für Rollenführungen werden nach DIN 51825 mit einem Kurzzeichen beschrieben. Beispiel KP2K-30:

  • K – Schmierfett für Wälz- und Gleitlager
  • P – mit EP-/AW-Wirkstoffen für erhöhtes Lasttragevermögen
  • 2 – NLGI-Konsistenzklasse 2 (Standard für Rollenführungen, mittelfest)
  • K – obere Gebrauchstemperatur +120 °C, geprüftes Verhalten gegen Wasser
  • -30 – untere Gebrauchstemperatur −30 °C

Konstruktion, Einkauf und Instandhaltung meinen mit „KP2K-30" also exakt denselben Schmierstoff – ohne das Kurzzeichen bleibt Konsistenz und Temperaturbereich Verhandlungssache.

Wissenscheck

Beantworten Sie alle drei Fragen und klicken Sie dann auf „Prüfen". Ab 2 von 3 richtigen Antworten gilt die Einheit als abgeschlossen. Wiederholen ist jederzeit möglich.

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Frage 1 von 3: Was ist laut Lerneinheit die häufigste Ursache für einen vorzeitigen Ausfall von Rollenführungen?
Erklärung

Mangelschmierung ist die häufigste Ausfallursache: Reißt der Schmierfilm, tritt Mischreibung auf – Verschleiß setzt in kürzester Zeit ein, die Lagertemperatur steigt.

Quelle: Rollenführung Wartung & Schmierung →
Frage 2 von 3: Wofür steht die Ziffer „2" im DIN-51825-Kurzzeichen KP2K-30 für Rollenführungsfette?
Erklärung

Die Ziffer im Kurzzeichen gibt die NLGI-Konsistenzklasse an – 2 ist der Standard für Rollenführungen (mittelfest). K davor steht für ein Wälz-/Gleitlagerfett, P für EP-/AW-Wirkstoffe zum erhöhten Lasttragevermögen, K und -30 dahinter für den Temperaturbereich +120 °C bis −30 °C.

Quelle: Rollenführung Wartung & Schmierung →
Frage 3 von 3: Welches Nachschmierintervall nennt die Lerneinheit als grobe Orientierung für Rollenführungen unter normalen Bedingungen?
Erklärung

Unter normalen Bedingungen empfehlen die meisten Hersteller eine Nachschmierung alle 3 bis 6 Monate; bei schwierigen Bedingungen (Hitze, Kälte, Schmutz, Vibration) können wöchentliche oder tägliche Intervalle nötig sein. Lebensdauergeschmierte Systeme benötigen dagegen keine Nachschmierung.

Quelle: Rollenführung Wartung & Schmierung →

Bitte alle drei Fragen beantworten, um „Prüfen" zu aktivieren.

Vertiefung (optional)

Ratgeber: Rollenführung Wartung & Schmierung (öffnet in neuem Tab)

Lernzweck: Rechenwege und Zahlen sind vereinfachte Lehrbeispiele. Für eine reale Anlage gelten die Angaben des Herstellers, die einschlägigen Normen und die Prüfung durch eine fachkundige Person.

Curriculum v0.1 (Beta) · Stand 17.09.2026 · Inhalte sorgfältig erstellt und geprüft – finale Abnahme folgt

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