Warum Schmierung bei Rollenführungen entscheidet
In einer Rollenführung rollen die Wälzkörper im Linienkontakt auf den Laufbahnen von Wagen und Schiene ab – dabei entstehen unter Last hohe Flächenpressungen. Der Schmierfilm trennt die Kontaktpartner, senkt die Reibung, schützt vor Pittingbildung und Korrosion und führt bei Ölschmierung zusätzlich Wärme ab. Mangelschmierung ist die häufigste Ausfallursache: Reißt der Film, tritt Mischreibung auf, und die Führung versagt weit vor ihrer rechnerischen Nennlebensdauer.
Vier Einflussfaktoren auf das Intervall
Es gibt keine universelle Nachschmierempfehlung – das Intervall hängt von Belastung, Geschwindigkeit, Temperatur und Umgebung (Verschmutzung, Feuchtigkeit) ab. Als grobe Orientierung gilt unter normalen Bedingungen eine Nachschmierung alle 3 bis 6 Monate; bei Hitze, Kälte, Schmutz oder Vibration können wöchentliche oder sogar tägliche Intervalle nötig sein. Fett bleibt bis etwa 2–3 m/s Verfahrgeschwindigkeit erste Wahl – darüber oder bei hoher Wärmeentwicklung wird auf Öl bzw. Umlaufschmierung gewechselt.
Merksatz
Rechenbeispiel: Ein Fettkürzel entschlüsseln
Schmierfette für Rollenführungen werden nach DIN 51825 mit einem Kurzzeichen beschrieben. Beispiel KP2K-30:
- K – Schmierfett für Wälz- und Gleitlager
- P – mit EP-/AW-Wirkstoffen für erhöhtes Lasttragevermögen
- 2 – NLGI-Konsistenzklasse 2 (Standard für Rollenführungen, mittelfest)
- K – obere Gebrauchstemperatur +120 °C, geprüftes Verhalten gegen Wasser
- -30 – untere Gebrauchstemperatur −30 °C
Konstruktion, Einkauf und Instandhaltung meinen mit „KP2K-30" also exakt denselben Schmierstoff – ohne das Kurzzeichen bleibt Konsistenz und Temperaturbereich Verhandlungssache.
Wissenscheck
Beantworten Sie alle drei Fragen und klicken Sie dann auf „Prüfen". Ab 2 von 3 richtigen Antworten gilt die Einheit als abgeschlossen. Wiederholen ist jederzeit möglich.
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