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MODUL 7 · EINHEIT 3 VON 5

Magnetkupplungen verstehen

ca. 8 Min. · Lernziele, Beispiel, Wissenscheck

Lernziele — nach dieser Einheit können Sie …

  • Permanentmagnet- (Synchron-) und Hysteresekupplung hinsichtlich Drehmomentverlauf und Schlupf unterscheiden;
  • die Schlupfleistung einer Hysteresekupplung berechnen;
  • Funktion des Spalttopfs erklären und Magnetkupplung sowie Gleitringdichtung gegenüberstellen.

Synchron- oder Hysteresekupplung

Beide Bauarten übertragen Drehmoment berührungslos über ein Magnetfeld, funktionieren aber grundlegend verschieden. Die Permanentmagnetkupplung (Synchronkupplung) trägt auf beiden Seiten Permanentmagnete, die sich Pol auf Pol koppeln: Sie läuft synchron und schlupffrei, bis ihr Durchrutschmoment erreicht ist – darüber reißt die Kopplung abrupt ab. Die Hysteresekupplung überträgt ihr Moment stattdessen über ein Hysteresematerial, das im rotierenden Feld ständig ummagnetisiert wird. Das erzeugte Moment bleibt dabei nahezu konstant, unabhängig von Drehzahl und Schlupf – Dauerschlupf ist konstruktiv vorgesehen und unbedenklich, solange die Wärme beherrschbar bleibt.

Spalttopf: hermetische Trennung

Zwischen Innen- und Außenrotor sitzt eine unmagnetische Wand, der Spalttopf – er trennt das Fördermedium hermetisch von der Antriebsseite und ist damit das sicherheitskritische Bauteil. Edelstahl ist der druckfeste Standard für unkritische Medien, erzeugt aber bei rotierendem Feld Wirbelstromverluste (Wärme, die mit Drehzahl, Feldstärke und Wandstärke steigt). Hastelloy steht für höchste Korrosionsbeständigkeit, Keramik ist verlustfrei (nicht leitend), aber sprödbruchempfindlich, und PEEK eignet sich leicht und korrosionsfest bei begrenztem Druck.

Schlupfleistung berechnen

Läuft eine Hysteresekupplung mit Schlupf, wird die gesamte am Schlupf umgesetzte Leistung in Wärme umgewandelt – bei Dauerschlupf muss diese Wärme sicher abgeführt werden können:

P_S = M_Last · Δn / 9,55

P_S = Schlupfleistung (W) · M_Last = übertragenes Drehmoment (Nm) · Δn = Schlupfdrehzahl, Differenz Antrieb–Abtrieb (min⁻¹)

Schon 5 Nm bei 500 min⁻¹ Schlupfdrehzahl ergeben rund 262 W Dauerwärme – eine Größenordnung, bei der die Baugröße nicht mehr am Moment scheitert, sondern an der Wärmeabfuhr. Bei der Permanentmagnetkupplung entfällt diese Rechnung im synchronen Betrieb: Δn = 0, also keine Schlupfwärme.

Merksatz

„Deutlich wartungsärmer als eine Gleitringdichtung" trifft es besser als „wartungsfrei": Magnetkupplungen haben keine Verschleißdichtung, aber der Spalttopf muss regelmäßig auf Korrosion, Erosion und Risse geprüft werden.

Vergleich mit der Gleitringdichtung

Eine Gleitringdichtung dichtet die Welle an einer bewegten Dichtfläche ab – systembedingt mit geringer, aber nie ganz null Leckage, und als Verschleißteil mit regelmäßigem Wechselintervall. Die Magnetkupplung hat dagegen keinen Wellendurchtritt: Solange der Spalttopf intakt ist, ist sie leckagefrei. Bei unkritischen Medien bleibt die Gleitringdichtung über die Lebenszykluskosten oft günstiger; bei giftigen, aggressiven oder schwer zugänglichen Anwendungen dreht sich die TCO-Rechnung häufig zugunsten der Magnetkupplung.

Skizze: Magnetkupplung mit Spalttopf im LängsschnittAntrieb mit Drehzahl n und Leistung P, Abtrieb im Medium mit n − Δn und Lastmoment M_Last; am Spalttopf Innendurchmesser D, Wandstärke t_min, Innendruck p und zulässige Spannung σ_zul des Werkstoffs. Bei synchron laufender Permanentmagnetkupplung ist Δn = 0; Schlupf tritt nur bei der Hysteresekupplung oder beim Durchrutschen auf.

Rechenbeispiel: Schlupfleistung

Eine Hysteresekupplung überträgt M_Last = 8 Nm bei einer Schlupfdrehzahl Δn = 300 min⁻¹.

  • P_S = M_Last · Δn / 9,55 = 8 · 300 / 9,55 ≈ 251 W

Zum Nachrechnen: Magnetkupplung-Rechner (öffnet in neuem Tab)

Wissenscheck

Beantworten Sie alle drei Fragen und klicken Sie dann auf „Prüfen". Ab 2 von 3 richtigen Antworten gilt die Einheit als abgeschlossen. Wiederholen ist jederzeit möglich.

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Frage 1 von 3: Wie verhält sich eine Permanentmagnetkupplung bei Überlast, oberhalb des Durchrutschmoments?
Erklärung

Wird das Durchrutschmoment überschritten, reißt die magnetische Kopplung der Permanentmagnetkupplung abrupt ab – ein reproduzierbarer, aber nicht sanfter Überlastschutz. Die Hysteresekupplung gleitet dagegen weich und kontinuierlich weiter.

Quelle: Hysteresekupplung vs. Permanentmagnetkupplung →
Frage 2 von 3: Eine Hysteresekupplung überträgt M_Last = 10 Nm bei einer Schlupfdrehzahl Δn = 200 min⁻¹. Wie groß ist die Schlupfleistung P_S in Watt?
W
Erklärung

P_S = M_Last · Δn / 9,55 = 10 · 200 / 9,55 ≈ 209,4 W – diese Wärme muss bei Dauerschlupf sicher abgeführt werden.

Quelle: Magnetkupplung-Rechner →
Frage 3 von 3: Welche Spalttopf-Werkstoffe eignen sich laut Lerneinheit für hochaggressive Medien wie Schwefelsäure?
Erklärung

Bei hochaggressiven Medien sind Hastelloy (höchste Korrosionsbeständigkeit) oder Keramik (chemisch nahezu inert, zusätzlich verlustfrei) die erste Wahl – Standard-Edelstahl stößt bei chloridhaltigen oder stark sauren Medien an seine Grenzen (Lochkorrosion).

Quelle: Magnetkupplung Spalttopf →

Bitte alle drei Fragen beantworten, um „Prüfen" zu aktivieren.

Vertiefung (optional)

Online-Rechner: Magnetkupplung auslegen (öffnet in neuem Tab) Ratgeber: Hysteresekupplung vs. Permanentmagnetkupplung (öffnet in neuem Tab) Ratgeber: Magnetkupplung Spalttopf (öffnet in neuem Tab) Ratgeber: Magnetkupplung vs. Gleitringdichtung (öffnet in neuem Tab)

Lernzweck: Rechenwege und Zahlen sind vereinfachte Lehrbeispiele. Für eine reale Anlage gelten die Angaben des Herstellers, die einschlägigen Normen und die Prüfung durch eine fachkundige Person.

Curriculum v0.1 (Beta) · Stand 17.09.2026 · Inhalte sorgfältig erstellt und geprüft – finale Abnahme folgt

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