Verbinden und Passen: Kupplungen, Magnetkupplungen, Passungen, Normteile
5 Einheiten · ca. 35 Minuten gesamt · Schritt 1 von 7
Einstieg
In diesem Modul geht es um zwei scheinbar getrennte, aber verwandte Themen: Wie zwei Wellen verbunden werden – mechanisch über Kupplungen oder berührungslos über Magnetkupplungen – und wie zwei Bauteile zueinander passen, wenn eines in das andere gefügt wird. Beides dreht sich um dieselbe Frage: wie viel Spiel oder Übermaß eine Verbindung haben darf, damit sie ihre Funktion sicher erfüllt.
Eine Rechenaufgabe zur Magnetkupplung, eine Zuordnungsübung zu ISO-Passungen, Karteikarten und eine Fallstudie machen die Theorie konkret; ein Selbsttest am Ende zeigt, ob der Stoff sitzt.
Lernziele – nach diesem Modul können Sie:
- starre, elastische, drehsteife und schaltbare Kupplungen unterscheiden und das Nennmoment berechnen;
- Verdrehspiel in einen linearen Positionierfehler umrechnen und spielfreie von spielbehafteten Komponenten unterscheiden;
- Synchron- (Permanentmagnet-) und Hysteresekupplung unterscheiden und die Schlupfleistung berechnen;
- eine ISO-Passungsangabe wie H7/k6 lesen und Spiel-, Übergangs- und Presspassung zuordnen;
- gängige Wellen-Nabe-Verbindungen und Normteile ihren Anwendungen zuordnen.
Lerneinheiten
Fünf kurze Lerneinheiten (6–8 Minuten) mit Lernzielen, Beispiel und Wissenscheck – eigenständige Lerninhalte dieses Moduls, unabhängig von den Ratgebern der Website gepflegt. Der Fortschritt bleibt lokal in diesem Browser gespeichert.
0 von 5 Einheiten
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- Einheit 1 von 5
Kupplungsarten und Auswahl
ca. 7 Minuten
Offen - Einheit 2 von 5
Spielfrei oder spielbehaftet?
ca. 7 Minuten
Offen - Einheit 3 von 5
Magnetkupplungen verstehen
ca. 8 Minuten
Offen - Einheit 4 von 5
ISO-Passungen lesen
ca. 7 Minuten
Offen - Einheit 5 von 5
Wellen, Lager, Normteile
ca. 6 Minuten
Offen
Rechner-Aufgabe 1: Magnetkupplung auslegen
Ein Antrieb leistet P = 3 kW bei n = 1.500 min⁻¹. Für die Magnetkupplung ist ein Sicherheitsfaktor S = 2,0 vorgesehen.
Berechnen Sie das Lastmoment M_Last und das erforderliche Übertragungsmoment M_erf.
Zum Nachrechnen: Magnetkupplung-Rechner (öffnet in neuem Tab)
Übung 2: ISO-Passungen zuordnen
Ordnen Sie jeder Passung die richtige Passungsart zu und klicken Sie dann auf „Prüfen".
Karteikarten: Kupplungs- und Magnetkupplungs-Begriffe
Acht Fachbegriffe aus dem Glossar – auf die Karte klicken (oder Enter/Leertaste drücken), um die Definition zu sehen.
Karteikarten
Antippen, um die Definition zu sehen.
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- Spielfreiheit
- Zustand ohne messbares mechanisches Spiel in einem Antriebselement oder einer Führung – die grundlegende Voraussetzung für hochpräzise Positionierung, minimale Umkehrfehler und maximale Steifigkeit. Quelle: Glossar „Spielfreiheit"
- Flankenspiel (j)
- Das Flankenspiel j ist der Abstand zwischen der tragenden und der nicht tragenden Zahnflanke zweier im Eingriff stehender Zahnräder. Es ist notwendig für die Schmierung, die Aufnahme von Wärmedehnungen und die Einhaltung von Fertigungstoleranzen. Ein zu großes Flankenspiel führt zu Umkehrspiel und Geräuschen; ein zu kleines Spiel kann zum Klemmen führen. Quelle: Glossar „Flankenspiel (j)"
- Magnetkupplung
- Eine Magnetkupplung überträgt Drehmoment berührungslos über ein Magnetfeld von einer Antriebs- auf eine Abtriebswelle – ohne mechanischen Kontakt und damit ohne Verschleiß an der Kraftübertragung selbst. Quelle: Glossar „Magnetkupplung"
- Permanentmagnetkupplung (Synchronkupplung)
- Die Permanentmagnetkupplung – auch Synchronkupplung genannt – trägt auf beiden Seiten Permanentmagnete, die sich Pol auf Pol koppeln. Sie überträgt das Drehmoment synchron und schlupffrei, bis das Durchrutschmoment überschritten wird. Quelle: Glossar „Permanentmagnetkupplung (Synchronkupplung)"
- Hysteresekupplung
- Die Hysteresekupplung überträgt ihr Drehmoment über ein Hysteresematerial statt über feste Polpaarung. Dadurch liefert sie ein nahezu konstantes, drehzahlunabhängiges Moment – auch im dauerhaften Schlupf. Quelle: Glossar „Hysteresekupplung"
- Spalttopf (Begrenzungswand)
- Der Spalttopf – bei TEA auch Begrenzungswand genannt – ist die unmagnetische Wand zwischen Innen- und Außenrotor einer Magnetkupplung. Er trennt das Fördermedium hermetisch von der Antriebsseite und ist damit das sicherheitskritische Bauteil. Quelle: Glossar „Spalttopf (Begrenzungswand)"
- Luftspalt
- Der Luftspalt ist der Abstand zwischen Innen- und Außenrotor einer Magnetkupplung – einschließlich der Wandstärke des Spalttopfs. Er ist die wichtigste Stellgröße für das übertragbare Drehmoment. Quelle: Glossar „Luftspalt"
- Durchrutschmoment (Pull-out-Moment)
- Das Durchrutschmoment – auch Pull-out-Moment genannt – ist das maximale Drehmoment, das eine Magnetkupplung überträgt, bevor die magnetische Kopplung abreißt und die Kupplung durchrutscht. Quelle: Glossar „Durchrutschmoment (Pull-out-Moment)"
Alle Karten dieser Einheit gezeigt. Die unbekannten liegen jetzt im Wiederholen-Stapel.
Fallstudie: Pumpe mit aggressivem Medium
Ein Chemiebetrieb fördert mit einer Kreiselpumpe konzentrierte, chloridhaltige Salzsäure. Die bisherige Gleitringdichtung hat in den letzten beiden Jahren mehrfach zu ungeplanten Stillständen durch Leckage geführt; die Pumpe steht zudem in einem schwer zugänglichen Anlagenteil. Der Betriebsleiter fragt bei TEA an, ob eine Magnetkupplung mit Spalttopf die Lösung ist – und welcher Spalttopf-Werkstoff für dieses Medium infrage kommt.
Leitfragen
- Warum ist Standard-Edelstahl für den Spalttopf bei chloridhaltiger Salzsäure ungeeignet, und welche Werkstoffe eignen sich stattdessen?
- Welche Vorteile bietet die Magnetkupplung gegenüber der bisherigen Gleitringdichtung bei diesem Medium und der schwer zugänglichen Anlage?
- Ist die Magnetkupplung nach der Umstellung wartungsfrei?
Musterlösung anzeigen
1. Standard-Edelstahl (1.4571) droht bei chloridhaltigen oder stark sauren Medien Lochkorrosion und sollte dort nicht eingesetzt werden. Hastelloy (höchste Korrosionsbeständigkeit gegenüber Säuren und Halogeniden) oder Keramik (chemisch nahezu inert, zusätzlich verlustfrei) sind die geeigneten Alternativen.
2. Die Magnetkupplung hat keinen Wellendurchtritt und ist bei intaktem Spalttopf leckagefrei – anders als die Gleitringdichtung mit ihrer systembedingten Mindestleckage. Das entfallende Risiko ungeplanter Stillstände und der Wegfall von Containment-Maßnahmen (Doppeldichtung, Sperrflüssigkeit) für das aggressive Medium sind gerade bei einer schwer zugänglichen Anlage wertvoll.
3. Nein. Sie ist deutlich wartungsärmer, aber nicht wartungsfrei: Der Spalttopf muss regelmäßig auf Korrosion, Erosion und Risse geprüft werden, dazu kommen die Lager des Innenrotors und – bei metallischem Spalttopf – die thermische Überwachung der Wirbelstromverluste.
Fachliche Grundlage ausschließlich: Magnetkupplung vs. Gleitringdichtung (öffnet in neuem Tab) und Magnetkupplung Spalttopf (öffnet in neuem Tab)
Selbsttest
10 Fragen zu diesem Modul – sofortige Rückmeldung mit Erklärung und Quellenlink. Ab 7 von 10 Punkten gilt das Modul als abgeschlossen.
Selbsttest
10 Fragen zu diesem Modul. Sie sehen nach jeder Antwort direkt, ob sie richtig war.
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Frage 1 von 10
Vertiefung (optional)
Die acht Ratgeber-Artikel dieses Moduls, falls Sie tiefer einsteigen möchten. Für die Lerneinheiten und den Selbsttest dieses Moduls ist das Lesen nicht erforderlich.
7 Min. Lesezeit
Spielfreiheit vs. Spielbehaftung (öffnet in neuem Tab)6 Min. Lesezeit
Hysteresekupplung vs. Permanentmagnetkupplung (öffnet in neuem Tab)7 Min. Lesezeit
Magnetkupplung Spalttopf (öffnet in neuem Tab)8 Min. Lesezeit
Magnetkupplung vs. Gleitringdichtung (öffnet in neuem Tab)8 Min. Lesezeit
ISO-Passungen H7/H6 (öffnet in neuem Tab)7 Min. Lesezeit
Wellen und Lager: Passungen verstehen (öffnet in neuem Tab)7 Min. Lesezeit
Maschinenzubehör: Normteile effizient einsetzen (öffnet in neuem Tab)6 Min. Lesezeit
Curriculum v0.1 (Beta) · Stand 17.09.2026 · Inhalte sorgfältig erstellt und geprüft – finale Abnahme folgt