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MODUL 7 · EINHEIT 5 VON 5

Wellen, Lager, Normteile

ca. 6 Min. · Lernziele, Beispiel, Wissenscheck

Lernziele — nach dieser Einheit können Sie …

  • Passfeder- und Keilwellenverbindungen hinsichtlich Tragfähigkeit und Demontierbarkeit unterscheiden;
  • Passungsempfehlungen für Wälzlager-Innenring und -Außenring benennen (Umfangslast vs. Punktlast);
  • gängige Normteile (Passfeder, Sicherungsring, Maschinenfuß) an ihrer Normbezeichnung lesen.

Wälzlagerpassungen: Umfangslast vs. Punktlast

Maßgeblich für die Passung ist die Lastrichtung relativ zum Ring – nicht allein, ob die Welle dreht oder stillsteht: Bei Umfangslast (die Last dreht relativ zum Ring mit, der Regelfall am Innenring bei drehender Welle) braucht der Ring einen festen Sitz mit Übermaß, z. B. k5/k6 oder m6 bei hohen Lasten und schnellen Drehzahlen, damit er nicht auf der Welle wandert. Bei Punktlast (die Lastrichtung bleibt relativ zum Ring ortsfest, etwa am stehenden Ring) reicht ein loser Sitz, z. B. g6 oder h6 (j6, wenn höhere Rundlaufgenauigkeit gefordert ist). Für den Außenring im Gehäuse gilt das Gegenstück: H7 oder H8 (loser Sitz, Standard für ruhende, leicht austauschbare Ringe bei Punktlast) und G7 (mehr Spiel, für Loslager, die axial Wärmedehnung ausgleichen müssen); bei Umfangslast am Außenring braucht auch dieser einen festen Sitz.

Faustregel: Umfangslast = fester Sitz mit Übermaß, Punktlast = loser Sitz.

Welle-Nabe-Verbindungen: Passfeder oder Keilwelle

Die Passfeder (DIN 6885) ist ein rechteckiger Mitnehmer, der in Nuten von Welle und Nabe sitzt und die Drehung formschlüssig überträgt – einfach und kostengünstig, schwächt die Welle aber um bis zu 20 %; als Gleitfeder mit freiem Nutsitz (H9/D10) ist bei kleinen Momenten auch eine Axialverschiebung möglich. Die Breite richtet sich nach dem Wellendurchmesser (grobe Faustregel: Breite ≈ 0,3 · d, endgültig maßgeblich ist die Normtabelle DIN 6885-1).

Die Keilwelle (DIN ISO 14, mit geraden Flanken, 6, 8 oder 10 Keile) oder die Zahnwelle (DIN 5480, Passverzahnung mit Evolventenflanken, 6 bis 82 Zähne) verteilt das Drehmoment auf mehrere Flanken statt auf eine einzelne Nut – höhere Tragfähigkeit, ermöglicht zusätzlich Axialverschiebung (wichtig für Schaltgetriebe), ist aber teurer in der Fertigung. Grobe Faustregel für kleine bis mittlere Wellen: bis ca. 500 Nm reicht die Passfeder, darüber die Keilwelle – der verbindliche Nachweis erfolgt nach DIN 6892.

Normteile lesen

Normbezeichnungen sind selbsterklärend, wenn man ihren Aufbau kennt: Sicherungsring DIN 471 – 20 × 1,2 ist ein Sicherungsring für Wellen (DIN 472 wäre die Bohrungs-Variante) mit 20 mm Wellendurchmesser und 1,2 mm Ringdicke – er klemmt federnd in eine Rille und verhindert axiales Verschieben. Ein Maschinenfuß M10, Tragfähigkeit 50 kN (Herstellerangabe, keine DIN-Normbezeichnung) dämpft Schwingungen unter Maschinengehäusen.

Merksatz

Reklamationen bei Passteilen entstehen erfahrungsgemäß seltener durch die falsch gewählte Passung als durch unklare oder fehlende Toleranzangaben auf der Zeichnung. Immer das Einheitssystem plus die vollständige Kurzzeichen-Kombination angeben – z. B. „⌀30 H7/k6", nicht nur „fester Sitz".

Beispiel: Normbezeichnung lesen

DIN 6885-1 Passfeder 6 × 6 × 18

  • DIN 6885-1: Norm für Passfedern, Teil 1
  • 6: Breite b = 6 mm
  • 6: Höhe h = 6 mm
  • 18: Länge l = 18 mm

Diese Größe (6 × 6 mm) ist nach DIN 6885-1 für Wellendurchmesser >17–22 mm vorgesehen.

Wissenscheck

Beantworten Sie alle drei Fragen und klicken Sie dann auf „Prüfen". Ab 2 von 3 richtigen Antworten gilt die Einheit als abgeschlossen. Wiederholen ist jederzeit möglich.

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Frage 1 von 3: Welche Faustregel gilt für Wälzlagerringe: Ring mit Umfangslast gegenüber Ring mit Punktlast?
Erklärung

Maßgeblich ist die Lastrichtung relativ zum Ring, nicht allein Drehzahl oder Stillstand: Bei Umfangslast dreht die Last mit dem Ring mit, deshalb braucht er einen festen Sitz mit Übermaß (z. B. k6, m6), damit er nicht wandert. Bei Punktlast bleibt die Lastrichtung relativ zum Ring ortsfest, ein loser Sitz (g6/h6) reicht.

Quelle: Wellen und Lager: Passungen verstehen →
Frage 2 von 3: Welche Passfedergröße (b × h) nach DIN 6885-1 ist für einen Wellendurchmesser von 20 mm vorgesehen?
Erklärung

Für Wellendurchmesser >17–22 mm sieht DIN 6885-1 die Passfedergröße 6 × 6 mm vor (Nuttiefe Welle 3,5 mm).

Quelle: Maschinenzubehör: Normteile effizient einsetzen →
Frage 3 von 3: Ab welchem Drehmoment empfiehlt die grobe Faustregel eher eine Keilwelle (DIN ISO 14) statt einer Passfeder (DIN 6885-1)?
Erklärung

Grobe Faustregel für kleine bis mittlere Wellen: bis ca. 500 Nm reicht die Passfeder, darüber verteilt die Keilwelle das Drehmoment auf mehrere Kontaktflanken und trägt mehr, ermöglicht zudem eine Axialverschiebung. Der verbindliche Nachweis erfolgt nach DIN 6892.

Quelle: Maschinenzubehör: Normteile effizient einsetzen →

Bitte alle drei Fragen beantworten, um „Prüfen" zu aktivieren.

Vertiefung (optional)

Ratgeber: Wellen und Lager – Passungen verstehen (öffnet in neuem Tab) Ratgeber: Maschinenzubehör – Normteile effizient einsetzen (öffnet in neuem Tab)

Lernzweck: Rechenwege und Zahlen sind vereinfachte Lehrbeispiele. Für eine reale Anlage gelten die Angaben des Herstellers, die einschlägigen Normen und die Prüfung durch eine fachkundige Person.

Curriculum v0.1 (Beta) · Stand 17.09.2026 · Inhalte sorgfältig erstellt und geprüft – finale Abnahme folgt

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